Zusammenfassung

Im Jahr 2004 wurde im Landkreis Donau/Ries wurde im Rahmen eines „Glücksspirale-Projektes“  eine Erfassung der  Waldfledermausfauna durchgeführt. Es wurden dazu  in 20 ausgewählten Untersuchungsgebieten je einmal im Sommer und im Herbst Fledermaus- und Vogelnistkästen kontrolliert sowie ergänzend fünf Netzfänge und Detektorbegehungen angesetzt. Insgesamt wurden 10 Fledermausarten nachgewiesen. Wochenstuben fanden sich von Bechstein-, Fransen-, Wasser- und Kleiner Bartfledermaus sowie vom Braunen Langohr und Abendsegler. Bei den am häufigsten beobachteten Arten Rauhautfledermaus, Bechsteinfledermaus und Fransenfledermaus konnte eine unterschiedliche phänologische Nutzung der Waldgebiete nachgewiesen werden.

Fledermauskästen wurden bei der Wahl künstlicher Quartiere gegenüber den Vogelkästen bevorzugt. Unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren (Kastentyp, Höhe des Kastens, Konkurrenz mit anderen Kastennutzern) ist die Artdes Kastentyps das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines künstlichen Quartiers.

Um die Frage nach Zusammenhängen zwischen dem Vorkommen der jeweiligen Fledermausfauna und dem entsprechenden Waldgebiet zu untersuchen, wurde eine Analyse der augenfälligsten Strukturparameter durchgeführt (Nadelwald, Laubwald in verschiedenen Stadien, Sukzessionsflächen, Offenland, Innensäume, Gewässer). Die statistische Auswertung ergab positive Korrelationen zwischen Arten- und Individuenzahlen mit mehrschichtigen Laubwäldern und Sukzessionsflächen, sowie eine negative Korrelation mit der Länge von Waldinnensäumen. Das Auftreten der Rauhautfledermaus im Herbst schien mit dem Anteil an Sukzessionsflächen zu korrelieren, weitere Beziehungen auf Artniveau waren nicht ersichtlich.

Anhand der Artenzahl sowie dem Quartiernachweis von Einzeltieren und Wochenstuben bedrohter Arten wurde eine Bewertung der Waldgebiete vorgenommen. Als besonders wertvolle Fledermaus-Lebensräume haben sich die Untersuchungsgebiete im Jura (v.a. Untere Hölzer, Donauwörther Forst, Haidwang, Reinberg) und die Auwaldreste im Donautal erwiesen. Die nadelholzreichen Gebiete Brand und der Wald bei Seglohe sind ebenfalls bemerkenswert wichtige Lebensräume für Fledermäuse.

Zum Schutz der Waldfledermausfauna werden verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung des Quartierangebots und des Jagdhabitats empfohlen. Besonderes Augenmerk ist neben den FFH-Arten Bechsteinfledermaus und Mausohr auf die Lebensräume der wandernden Arten zu richten.

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