Fledermäuse sind vom Aussterben bedroht

In Europa gibt es 53 Fledermausarten. Von den 33 in Mitteleuropa vorkommenden Fledermausarten gibt es 25 in Deutschland.

18 Arten sind im Landkreis Donau-Ries derzeit nachgewiesen. Viele von unseren Fledermausarten sind jedoch selten oder vom Aussterben bedroht.Fast alle Fledermausarten stehen daher auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten und sind geschützt. Die Zwerg- und die Wasserfledermaus sind in ihrem Fortbestand zur Zeit nicht bedroht, vorausgesetzt es werden weiterhin regelmäßig Schutzmaßnahmen für sie durchgeführt.

 

Fledermäuse auf der Roten Liste

Der dramatische Rückgang der Fledermäuse in Mitteleuropa und die akute Gefährdung der meisten Arten machen Schutzmaßnahmen dringend erforderlich. 1976 wurde die erste Rote Liste der gefährdeten Tierarten Bayerns veröffentlicht.

Sämtliche Fledermausarten befanden sich damals darauf.Auch heute noch zählen alle unsere Fledermausarten zu den „besonders geschützten Tierarten“(§10Abs.2 Nr.10 BNatSchG). Sie sind streng geschützt und dürfen weder getötet oder gefangen werden. Ihre „Wohn- oder Zufluchtsstätten“ dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden (§42 Abs.1 BNatSchG). Auch das mutwillige Beunruhigen oder Belästigen ist verboten (Art.16 Abs.2 BayNatSchG).

 

Fledermausschützer sehen sich mit mehreren Problemen bzw.- Aufgaben konfrontiert

  • Fledermäuse schlafen, überwintern und bekommen Nachwuchs in unzugänglichen Quartieren, sie fliegen fast nur nachts und machen kaum mit hörbaren Geräuschen auf sich aufmerksam. Sehen kann man Fledermäuse also nur, wenn man unbedingt will, und auch dann nur mit etwas Mühe.
  • Die meisten Menschen hierzulande kennen Fledermäuse nur vom Hörensagen – die wenigsten haben eine lebende Fledermaus in freier Natur gesehen.
  • Fledermäuse wecken bei manchen Menschen Ängste. Sie erscheinen nachts, wenn sich der Mensch schutzlos und unsicher fühlt, sie weisen eine von anderen, vertrauteren Tiergruppen stark abweisende Anatomie auf, sie sind meist dunkelbraun und klein, was das Erkennen anatomischer Details erschwert, und besonders der Kopf wird zumindest bei einigen Arten als sehr „exotisch“ empfunden.
  • Fledermäuse machen, wenn sie in Häusern ein Tages- oder Winterquartier finden, auch Dreck. Daher wollen Hausbesitzer und Mieter oft Fledermäuse gleich wiederloswerden.
    Die mangelnde Vertrautheit der Menschen mit unseren Fledermäusen und die daraus eventuell resultierende Vorbehalte stellen für den Fledermausschutz eine Herausforderung dar.

Es gilt, in geduldiger Öffentlichkeitsarbeit über die höchst interessante Biologie dieser Säugetiere, also ihre Anatomie, Fortpflanzung und sonstigen Verhaltensweisen aufzuklären, ihre Gefährdung bewusst zu machen und für ihren Schutz zu werben.

 

Umgang mit Fledermäusen

Wer einmal Gelegenheit hatte, Fledermäuse näher kennen zu lernen, wird von ihnen fasziniert oder sogar begeistert sein. Es sind einzigartige Tiere mit vielen außergewöhnlichen Fähigkeiten. Das Wissen über sie kann viel Sympathie entstehen lassen.
Es bedarf einer Sondergenehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde, um Quartiere kontrollieren, Fledermäuse fotografieren, in die Hand nehmen oder gar fangen zu dürfen.

 

Quelle Foto oben

www.nabu.de | Christian Stein