Digitalfunk und Fledermäuse

In dem europaweit einzigartigen Forschungsprojekt wurden vor Inbetriebnahme der BOS-Sendeanlage im Jahr 2013 und nach Inbetriebnahme im Jahr 2014 Fledermausrufe aufgezeichnet.

  • 21 Standorte
  • im Umkreis des digitialen BOS-Sendemastes bis 300m, sowie als Referenz 500m
  • 2013 vor Inbetriebnahme und 2014 nach Inbetriebnahme des Sendemastes
  • Höhe bis zu 40m mittels eines Teleskopgittermastes mit aufgesetzter Teleskop-Carbonstange
  • Aufgezeichnet wurden die Fledermausrufe mittels Batdetektor, sowie die elektromagnetische Feldstärke in V/m
  • 19.500 Rufaufzeichnungen wurden aufgezeichnet und ausgewertet

Ermittelt wurde, ob die vom digitalen BOS-Sendemast ausgehende elektromatische Feldstärke Auswirkung auf die Fledermausaktivität hat.

Der Freistaat beteilgt sich an der Studie mit einem fünfstelligen Betrag.

Seit 7. September 2015 liegt die Auswertung der Untersuchung vor:

Es konnten vier neue Fledermausarten im Stadtwald Donauwörth detektiert werden (Breitflügel-, Nord-, Zweifarb- und Mopsfledermaus). 17 Fledermausarten kommen im Stadtwald vor. Zum ersten Mal im Landkreis Donau-Ries gelang der Nachweis des Vorkommens der Mopsfledermaus.

Es wurde zwar einerseits ein Aktivitätsrückgang vor allem der Gattung Myotis im Umfeld des Sendemastes festgestellt, andererseits scheinen die Rückgänge nicht signifikant zu sein.

Downloads

» Untersuchungsbericht Digitalfunk und Fledermäuse | ERGEBNIS | 166.2 KiB
» Untersuchungsbericht Digitalfunk und Fledermäuse | KOMPLETT | 2.6 MiB

 

Weitere Berichte

 

Komplette Projektbezeichnung

Initiative, sowie Unterstützung bei Planung und Durchführung bei „Vergleichende Untersuchung der Auswirkungen der von einer BOS-Sendeanlage ausgehenden elektromagnetischen Feldstärke (EMF) auf die Fledermausaktivität“

 

Hintergrund Digitaler BOS-Funk TETRA

Der BOS-Funk ist ein nichtöffentlicher mobiler Landfunkdienst (nömL) in Deutschland, der von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) verwendet wird.

Etwa seit Ende der 1990er Jahre gibt es Bemühungen, für die BOS in Deutschland ein kostenaufwändiges digitales Bündelfunksystem mit der Bezeichnung TETRA einzuführen. Der Mitte der 1990er Jahre entwickelte TETRA-Standard wird in mehreren europäischen und außereuropäischen Ländern genutzt – in Form landesweiter BOS-Netze oder in lokaler Abdeckung von verschiedenen Anwendern. TETRA stellte ursprünglich eine Initiative von Betreibern als Antwort auf die Wettbewerbsbedrohung von GSM gegen deren analogen Netze dar.

Quellen

  • ANIKA LUSTIG (2015): Vergleichende Untersuchung der Auswirkungen der von einer BOS-Sendeanlage ausgehenden elektromagnetischen Feldstärke (EMF) auf die Fledermausaktivität, Staatliches Bauamt Augsburg, 07.09.2015
  • BOS-Funk: https://de.wikipedia.org/wiki/BOS-Funk